Was man in Worms nicht verpassen sollte

Obwohl ich schon seit vielen Jahren in der Pfalz wohne, ist meine Heimat immer noch das rheinhessische Worms am Rhein. Dort bin ich aufgewachsen, dort wohnt der größte Teil meiner Familie und dort schlägt mein Herz.

Text: Melanie Winter

Worms ist eine äußerst vielfältige Stadt, nicht zuletzt aufgrund der geschichtsträchtigen Vergangenheit. Das Wahrzeichen der Stadt ist seit dem 12. Jahrhundert der romanische Dom, der Schauplatz vieler geschichtsträchtiger Ereignisse war. Das berühmteste ist wohl der Reichstag von 1521, an dem sich Martin Luther vor Kaiser Karl V. verantworten musste.
Als Erinnerung an Luthers Leistungen steht nicht weit vom Dom entfernt eines der größten Reformationsdenkmäler der Welt. Es wurde mit Hilfe von Beiträgen aus aller Welt finanziert und 1868 enthüllt.
Der Dom selbst ist alljährlich Kulisse für die Nibelungenfestspiele, die bei den Wormsern jedoch gemischte Gefühle hervorrufen.

Selbstverständlich sind auch die Nibelungen so untrennbar mit Worms verbunden wie Luther. Die meisten Szenen des Nibelungenliedes sind in und um die Stadt verortet. Auch heute noch kann man sich auf eine sagenhafte Spurensuche begeben. Dabei hilft nicht nur das Nibelungenmuseum, das in den Resten der mittelalterlichen Stadtmauer Einzug gefunden hat und mit einem neuartigen Ausstellungskonzept lockt. Vor allem die visuellen Hinweise sind unübersehbar. Der Siegfriedsbunnen vis-à-vis von der Stadtbücherei und das berühmte Hagendenkmal direkt am Rhein sind nur zwei Beispiele. Nicht umsonst wird das Wappen der Stadt Worms von einem Drachen präsentiert!

Ein weiterer bedeutsamer Teil der Stadtgeschichte ist der jüdische Friedhof „Heiliger Sand„. Er ist der älteste erhaltene Judenfriedhof der Welt und für heutige Juden immer noch Ziel zahlreicher Besuche in Worms. Der Friedhof ist in der Regel unter der Woche kostenfrei begehbar.

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Wer genug von der Kultur hat und einfach mal feiern gehen möchte, der sollte definitiv Ende August anreisen, denn dann findet das größte Wein- und Volksfest am Rhein statt: Das Backfischfest. Neben den Fahrgeschäften und Essständen kann ich das Weinzelt wärmstens empfehlen. Dort kann man gegen einen Obolus ein Probiergläschen erstehen und sich durch die zahlreichen Weinstände sowie die hervorragenden rheinhessischen Weine probieren. Wer lieber gleich eine ganze Flasche kaufen möchte, kann dies selbstverständlich auch tun!

Für eine kleine Auszeit ist die nahe gelegene Strandbar 443 bestens geeignet. Dort kann man in gemütlichen Liegestühlen und einem leckeren Cocktail in der Hand die entspannende Aussicht auf den Rhein und die Umgebung genießen. Cocktails gibt es im Übrigen auch in meinen Lieblingslokalitäten Café TE Transeuropa und Stadtcafé. Ersteres ist direkt am Bahnhof gelegen und somit wunderbar erreichbar. Zentraler geht es nur im Stadtcafé, das auch mit einem leckeren, mediterran angehauchten Essen – egal zu welcher Tageszeit – glänzt. Wer es lieber bodenständiger mag, der ist bei der Wein- und Bierschänke nicht verkehrt. Dort gibt es von hausgemachten Flammkuchen über Spieße und Schnitzel alles, was das Herz begehrt.
Zum Abschluss sollte man sich unbedingt das beste Eis der Stadt bei Vanninis direkt auf dem Marktplatz gönnen. Jemand, der dort seine Lieblingssorte nicht findet, ist selbst schuld!

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