Das „Weinbrück“ in Obermoschel: Eine runde Sache

Wer die Treppenstufen hinab geht und dann zum ersten Mal den Blick ins Weingewölbe wirft, der macht große Augen. Der mit Sandstein gemauerte Gastraum im Weinbrück in der Bahnhofstraße in Obermoschel ist ein Hingucker. Der grüne Grundofen, der eine Wand ziert ist sogar ein Originalstück aus dem Mannheimer Schloss, der hier einen Ehrenplatz gefunden hat. 1876 wurde das Gewölbe als Weinkeller des „Weinkontors der Pfalz“ gebaut, später gehörte es zum Weingut „HC Lemke“. Auch ein ganz spezieller Kräuterlikör namens „Alter Landsberger“ wurde in diesem Gewölbe hergestellt. Heute gibt es den Likör nur noch im Weinbrück nach Originalrezept.


Die Idee vom Restaurant entstand an Silvester 2004 in Südtirol. Beim gemeinsamen Essen in einem Keller-Lokal sinnierten Albert Koth und Ralf Beisiegel von der eigenen Gastronomie. Mit Karl Heinz Gabel nahm die Runde die Sanierung des Weinkellers in Obermoschel in Angriff. Rund drei Jahre hat es gedauert bis der Weinkeller, der zuvor 30 Jahre leerstand, größtenteils in Eigenregie in der Freizeit und am Wochenende zu dem wurde, was er heute ist. Eröffnet wurde schließlich im Mai 2008. Wie das Café und Restaurant seinen Namen bekam? „Weinbrück“ war 1934 die erste Telegramm-Adresse des Weinhändlers Friedrich Brück in Obermoschel. Noch ganz überwältigt vom Ambiente geht es an die Auswahl der Speisen und Getränke. Lokale Weine und eine sorgfältig erstellte saisonale Karte, etwa mit „Wildlachs im Grießmantel, Curry, Forellenkaviar, Rotkohlchutney, Spinatrisotto“ oder für die Vegetarier „Papardelle, Kürbisragout, Sellerie, frittierte Avocado, Pfeffersauce, schwarzes Olivenkrokant“ überzeugt auf den ersten Blick. So originell sich die Gerichte lesen, so ansehnlich sind sie auch auf dem Teller angerichtet. Zuständig für die Gerichte ist der Küchenchef Jean Luc Blumers. „In der Küche lassen wir dem Koch seine Freiheit“, sagt Ralf Beisiegel, denn er weiß seine Kreativität zu schätzen und freut sich, dass die Gerichte so gut bei den Gästen ankommen. Koth und Beisiegel steigen in den kommenden Jahren aus dem Projekt aus. Ralf Beisiegel kümmert sich im Service, seine Frau Liane im Management um das Restaurant.


Neben dem Weinkeller gibt es im Café-Restaurant Weinbrück auch eine Lounge zum Cocktailtrinken und Außenterrasse mit Blick auf die Moschellandsburg. Hier lässt sich im Sommer ganz wunderbar am Nachmittag ein Stück Kuchen zum Kaffee genießen. Regelmäßig finden im Weinbrück auch besondere Events statt. So zum Beispiel das Krimi- oder Candle-Light-Dinner oder der Kabarett-Abend. Wer dabei sein will, muss schnell sein, denn die Termin sind immer früh ausgebucht. Das Programm scheint anzukommen. Kein Wunder, wenn Herzblut, gutes Essen und kurzweilige Unterhaltung zusammenkommen, dann wird das Konzept zur runden Sache. Ab dem 1. Juli übernimmt Chefkoch Jean Luc Blumers, der seit sechs Jahren im Weinbrück ist und mit seiner Kochkunst das Weinbrück über die Landesgrenzen hinweg bekannt gemacht hat, das Restaurant. Für die Gäste ändert sich somit nichts, außer, dass sich Liane und Ralf zurückziehen. Jean Luc wird ab dem 1.8. auch am Montag öffnen.

An jedem 1. Samstag im Monat wird es ein Brunch geben, an jedem 3. Donnerstag ein Burgerabend, an jedem 4. Freitag im Monat ein Cocktailabend. Termine für Event sowie Öffnungszeiten und Anfahrt gibt es online unter www.weinbrueck.de
Fotos: Weinbrück

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